cherrytalk – 5 Minuten mit: Michael Coates und Alexander Jutkowitz (H+K Strategies)

Alexander JutkowitzContent Marketing am Wendepunkt: In New York unterwegs, hat Oliver Klein mit Michael Coates (President and CEP of the Americas region Hill+Knowlton Strategies) und Alexander Jutkowitz (Vice Chairman and Chief Global Strategist Hill+Knowlton Strategies) über die Zukunft der Kommunikation und die wichtigsten Trends gesprochen. Gibt es eine Erfolgsformel für guten Content? Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für Marken ist, wirklich etwas zu verändern, lesen Sie im cherrytalk:

Oliver Klein: „Was werden die wichtigsten Veränderungen in der Kommunikation in der nahen Zukunft sein? Und was die wichtigsten Trends?“

Michael Coates: „Die wichtigsten Veränderungen in der Kommunikation drehen sich um Content Discovery und emotionale Bindungen. Content steht am entscheidenden Wendepunkt. Die Marken verstehen den Wert und nutzen relevante Inhalte, um einzigartige Geschichten auf kreative Weise zu erzählen. Doch auch guter Content muss zunächst von der richtigen Zielgruppe entdeckt werden – und vor allem eine emotionale Bindung aufbauen und Resonanz hervorrufen. Der Schwerpunkt auf Content Discovery übt erneuten Druck auf die Marken aus, sie müssen ihre Bemühungen maximieren und ihren Content diversifizieren. Sie müssen ihre Botschaften gleichermaßen an Nischen als auch an ein breites Publikum anpassen. Wie können Inhalte herausstechen? Wie können sie sich von der Masse abheben? Wie können sie begeistern und eine Bindung zur Zielgruppe schaffen?“

Alexander Jutkowitz: „Die wichtigsten Trends werden die sein, die die Marken selbst kreieren. Marken müssen vermehrt nach Möglichkeiten schauen, um Leidenschaft und Begeisterung zu wecken. Denken Sie an GE’s Anleitung, ein Miniatur-Jet-Triebwerk mithilfe eines 3D-Druckers zu produzieren. Oder an die „Share A Coke”-Kampagne von Coca-Cola. Es geht nicht darum, zu verstehen, was viral bedeutet. Es geht darum, in gute, vielleicht auch schrullige, Ideen unglaublich viel Energie zu investieren, um der Zielgruppe eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung zu schenken.“

Oliver Klein: „Welche Auswirkungen hat dies auf Agenturen und deren Arbeitsmodelle? Müssen sie sich verändern, anpassen, sich neu überdenken? Und wie?“

Alexander Jutkowitz: „Agenturen müssen biegsam sein, flexibel, und immer bereit, neue Methoden zu adaptieren, um die Zielgruppe zu erreichen. Es gibt keine Formel für Content – und auch keinen Fahrplan für das, was funktioniert. Agenturen müssen echte Pioniere sein, sie müssen Marken ermutigen, phantasievoller zu sein, zügiger zu agieren und offener im Umgang mit Risiken zu sein.“

Michael Coates: „Sie müssen ebenfalls bereit sein, die Hauptlast der Arbeit zu übernehmen. Content zu produzieren ist harte Arbeit und viele, wenn nicht sogar die meisten, Marken können es nicht alleine tun. Redaktionelle und digitale Strategien zu entwerfen, mit großen Content-Discovery-Plattformen zu arbeiten, kreative und innovative Ideen und Geschichten zu entwickeln, das ist von entscheidender Bedeutung für die meisten Kommunikationsagenturen.“

Oliver Klein: „Welche Auswirkungen hat dies auf die Kunden und ihre Art, mit Agenturen zu arbeiten?“

Alexander Jutkowitz: „In diesem Moment entsteht eine fantastische Gelegenheit für Kunden und Agenturen, als geschlossene Mannschaft wirklich etwas zu verändern. Sie können gemeinsam Geschichten aufdecken, erforschen und weiter entwickeln. Die Kunden liefern den Agenturen die Botschaften, die sie vermitteln wollen, und die Geschichten, die sie erzählen wollen. Die Agenturen skizzieren diese Geschichten, verpacken sie stilvoll auf besondere Art und Weise, streuen sie über verschiedene Kanäle und entwerfen eine maßgeschneiderte, innovative Strategie – für Marken, die Wirkung erzielen möchten.“

Oliver Klein: „Was unterscheidet H+K Strategies von anderen Agenturen und warum ist das relevant für deutsche Kunden?“

Michael Coates: „Was wir bei H+K Strategies tun, ist relevant für alle Länder – und wenn es gut gemacht ist, sollte es auch über Sprachbarrieren hinweg relevant sein. Weil guter Inhalt sich gut übersetzen lässt. Natürlich, Sprachen sind individuell, aber in der Essenz weiß jeder, wann er eine gute Geschichte sieht, liest oder hört. Marken sollten alles investieren, um großartige, relevante Erzählungen zu erschaffen und auf sinnvolle Art und Weise zu erzählen. Wissen ist das Ziel des Content Marketings – und das ist universell. Guter Content muss nicht übermäßig auffällig sein, muss dem Kunden nicht ins Gesicht springen, muss nicht schockierend sein. Guter Content bringt etwas Neues ans Licht, etwas Wichtiges und Nachhaltiges. Im Herzen einer jeden großen Content-Strategie sollte das ernsthafte Bemühen stehen, neues Wissen aufzudecken – nicht nur für einen oder zwei Verbraucher, sondern für jeden Einzelnen.“

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